Tipps zur Selbstliebe – Folge 2

Selbstliebe

Wie du negative Gefühle beeinflussen kannst 

 

Denke bestimmte Dinge nicht über dich!
Ich sollte es nicht so schwer haben“ – Dieser Gedanken führt dazu, dass du dich bemitleidest und mit dem Schicksal haderst. Wenn du dich beklagst und bedauerst, dann tust du dir keinen Gefallen.

Warum? Weil dein Selbstmitleid deine Energie blockiert, die du bräuchtest, um deine Lebenssituation zu meistern. Du verharrst in der Frustration, fühlst dich als Opfer und kommst nicht über das hinweg, was du für ungerecht hältst. Wunden zu lecken kann für kurze Zeit gut sein. Nach einiger Zeit vergrößerst du aber dein Leiden und deinen Schmerz.

Negative Gedanken

Während der negativen Energetisierung verspüren wir freudlose Gereiztheit, negative Gefühle herrschen vor. Wir sind ungeduldig, aggressiv, ziehen uns zurück und haben eine verengte Sicht auf alles. Wir bewerten viel zu viele Dinge, vergleichen uns mit anderen, haben Muss-Vorstellungen und verlieren Energie. Womöglich haben wir sogar funktionale Gesundheitsstörungen. Durch das Negativdenken und eine misslingende Selbststeuerung können wir in eine anhaltende Abwärtsspirale gelangen.
In diesem Zustand ist das Ich, das für Muss-Vorstellungen, das Denken in Teufelskreisen und inneren Druck zuständig ist, ganz groß und das Selbst sehr klein. Den Zustand der Erschöpfung erreichen wir, wenn wir keinen Ausweg mehr aus der negativen Energetisierung gefunden haben. Dann dominieren uns Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit und Apathie. Wir sehen keine Perspektiven mehr, sind zynisch und denken womöglich sogar an Suizid. Die funktionalen Störungen von Körperfunktionen haben sich verstärkt und können sogar zu körperlichen Erkrankungen werden.

 

Negative Gefühle beeinflussen

Stehen dir manchmal auch deine eigenen Gefühle im Weg? Wenn ja, kannst du sicher sein dass es nicht nur dir so geht. Wir wurden zwar mit der Fähigkeit, zu fühlen, geboren, doch wir erhielten nicht das Wissen, wie wir mit unseren Gefühlen umgehen sollen. Das müssen wir uns selbst aneignen.

Wie also entstehen Gefühle? Jeden Tag findet in jedem Menschen unzählige Male ein bestimmter „Kreislauf“ statt, und meistens sind wir uns dessen nicht bewusst. Dieser Kreislauf besteht aus Situation, Gedanke, chemischer Reaktion und emotionaler Reaktion und funktioniert folgendermaßen:

  1. Eine Situation tritt ein, etwas passiert.
  2.  Die Situation ruft Gedanken in dir hervor.
  3. Aufgrund dieser Gedanken entsteht eine physiologisch –chemische Reaktion in deinem Gehirn.
  4. Die chemische Reaktion, die aufgrund deiner Gedanken entstand, ruft deine Gefühle hervor.
  5. Deine Gefühle rufen daraufhin weitere Gedanken ähnlicher Art hervor, die eine weitere chemische – emotionale Reaktionen bewirken, und so weiter.

Dieser ganze Prozess dauert nur ein paar Sekunden, oder gar nur Millisekunden. Wenn du deine erste Reaktion – also deine Gedanken über die Situation – nicht im Griff hast, werden deine Gefühle den weiteren Verlauf der Situation bestimmen, und damit verlierst du die Kontrolle über deine Gefühle. Jedes unkontrollierte Gefühl kann psychische und körperliche Anspannung hervorrufen – in uns und in den Menschen auf die sich unser Verhalten auswirkt. Lass dich nicht zu solchen Gedanken hinreißen? Gedanken, die vielleicht folgendermaßen lauten: „Das macht mich ärgerlich!“; „Du verletzt meine Gefühle“; „Jedes Mal, wenn ich daran denke, könnte ich vor Wut platzen“ „Das hat mich wirklich getroffen“; „Ich kann das nicht aushalten“; „Ich kann mich nicht beherrschen“; „Ich kann mich mit meinen Gefühlen nicht umgehen“;„Du weißt genau, wie mich das trifft“; „Ich weiß nicht mehr, was ich denken soll“; „Ich kann nicht anders“; „So bin ich eben“; „Du bringst mich auf die Palme“. Wenn sie so denken, dann machen Sie sich zum Opfer ihrer Gefühle.

Lerne deine Gefühle zu steuern

Gefühle sind momentane subjektive Empfindungen (Emotionen). Emotionen können angenehm oder unangenehm sein und in ihrer Stärke und Dauer variieren.

Manchen Menschen werden von ihren Gefühlen überwältigt beziehungsweise fühlen sich ihren Gefühlen ausgeliefert. Sie haben nicht gelernt, ihre Gefühle zu steuern und wissen nicht, wie sie diese beeinflussen können. Diese Menschen verfügen über eine geringe Resilienz (innere Widerstandskraft) und fühlen sich ihren Gefühlen, Problemen und anderen Menschen ausgeliefert.

Ein Beispiel 

Stelle dir folgende Situation vor: Mira macht ihre Hausaufgaben. Sie richtet ihre Aufmerksamkeit darauf, dass sie noch für zwei weitere Fächer Hausaufgaben machen muss. Dass sie schon alle Aufgaben für deutsch fertig hat, beachtet sie nicht. (Aufmerksamkeit) Mira denkt sich: „Oh nein, ich habe noch so viel vor mir. Ich komme ja überhaupt nicht vorwärts. Das schaffe ich ja nie im Leben.“ (Bewertung) Mira ist hoffnungslos und verzweifelt. (Emotion)

Wie kann ich auf Emotionen Einfluss nehmen?

Die kannst deine Emotionen an  ALLEN vier Punkten regulieren. 1. Indem du Situationen vermeidest, in denen du bei dir negative Emotionen wahrnimmst. 2. Indem du deine Aufmerksamkeit bewusst lenkst. Sie hat maßgeblichen Einfluss darauf, wie du die Welt wahrnimmst, was du fühlst und wie du dich in der Welt verhältst. 3. Du kannst auch Einfluss auf deine eigenen Gedanken nehmen und negative Gedanken abschalten, die zu negativen Gefühlen führen. 4. Wenn du bis hier her  nichts ausrichten kannst, bleibt noch die Möglichkeit deine emotionale Reaktion abzuschwächen.

Situation: Mira macht ihre Hausaufgaben
Situation verändern: Das Lernen alleine zu Hause ist für dich langweilig und frustrierend. -> Lerne lieber zusammen mit anderen in der Gruppe.

Aufmerksamkeit: Sie richtet ihre Aufmerksamkeit darauf, dass sie noch für zwei weitere freche Hausaufgaben machen muss. Dass wir schon alle Aufgaben für deutsch fertig hat, beachtet sie nicht.
Aufmerksamkeit lenken: Du bist frustriert, weil du solange gebraucht hast, um eine Mathe-Aufgabe zu lösen.->Lenke deine Aufmerksamkeit auf das Positive und macht dir bewusst, dass du lange durchgehalten hast. Solange bist du die Aufgabe gelöst hast.

Bewertung: Mira denkt sich: „Oh nein, ich habe noch so viel vor mir. Ich komme ja überhaupt nicht vorwärts. Das schaffe ich ja nie im Leben.“
Gedanken verändern: Du hast nur einen Tag Zeit zum Lernen und möchtest trotzdem eine sehr gute Note schreiben. Das löst Angst und Stress aus. -> Du lässt das unrealistische Ziel (du musst eine 1 schreiben) fallen und löst damit Angst und Stress.

Emotionale Reaktion:Mira ist hoffnungslos und verzweifelt.
Emotionale Reaktion abschwächen und verändern: Du hast dich mit jemand gestritten und kochst vor Wut. Du kannst dich auf nichts konzentrieren. -> Du sagst STOP zu dir, gehst nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern aus der Situation, aus dem Raum hinaus. Machst Pause, schnappst Luft, tust etwas, was du gerne machst. Du kühlst im wahrsten Sinne des Wortes ab. Stress zieht Sauerstoff aus dem Gehirn. Sobald du wieder abgekühlt bist, kannst du wieder besonnener reagieren.

Während der positiven Energetisierung herrschen beschwingtes Glück und positive Gefühle vor. Wir sind kreativ, im Flow, gehen offen auf die Welt zu, haben eine hohe Leistungsfähigkeit. Bewertungen und Vergleiche mit anderen finden kaum statt, Probleme werden relativiert. Durch das Positivdenken gewinnen wir in Aufwärtsspiralen immer wieder Energie, die Selbststeuerung gelingt.
In diesem Zustand ist das Selbst, das für angeborene und automatisierte Kompetenzen zuständig ist, sehr groß.